Über den Kindergarten

Die San-Buschmänner leben zwischen zwei Welten: Ihrer alten Kultur und der heutigen Zivilisation. Viele arbeiten deswegen in einem Living Museum. Dort zeigen sie Touristen, wie sie früher gelebt haben. So ein Living Museum befindet sich auch auf dem Fiume Bush Camp. Die Touristen übernachten in dem Camp und verbringen einen Tag zusammen mit den Buschmännern. Dabei lernen sie nicht nur, wie die Buschmänner jagen, welche Pflanzen sie als Medizin verwenden oder wie sie Feuer machen, sondern können auch bei dem Willkommens- und dem Medizintanz zuschauen. Die Buschmänner sind stolz auf ihr Wissen über den Busch und teilen es gerne. Auch heute noch verwenden sie viele Heilmittel aus der Natur. Sie leben die Kultur der San, wie heute nur noch wenige Buschmänner.

Doch trotzdem: Nach der Führung schlüpfen sie aus ihrer traditionellen  Kleidung, ziehen sich Jeans und T-Shirt an und gehen nach Hause. Das ist nicht weit von dem Camp der Touristen und dem Living Museum entfernt. Sie leben dort in großen Militärzelten. Es gibt kleine überdachte Küchenecken und fließendes Wasser. Nicht wenige Buschmänner besitzen sogar ein Handy oder Radio. Das ist die zweite Welt, in der die Buschmänner heute leben.

Diese zweite Welt wollen wir den kleinen Buschmännern, den Kindern näherbringen. Dafür veranstalten wir einen kleinen Kindergarten. Er befindet sich zwischen dem Dorf der Buschmänner und dem Camp – also gut erreichbar für die Kinder und für uns. Die Buschmannkinder in dem Dorf werden sehr frei erzogen. Sie spielen hauptsächlich mit Stöcken oder anderen Dingen aus der Natur. Hier gibt es für sie keine Einschränkungen oder Regeln. Auch die grundlegende Hygiene wie Zähneputzen oder Händewaschen wird ihnen zuhause nicht beigebracht. Dazu kommt, dass viele Kinder erst sehr spät eingeschult werden. Die nächste Grundschule befindet sich in Grootfontein. Dorthin fährt man über eine Stunde mit dem Auto – zu lang um die Strecke jeden Tag zu fahren (vor allem da die Buschmänner kein Auto fahren können). Deswegen bleiben die Kinder das Semester über in einem Internat und können nur in den Ferien nach Hause. Für Buschmänner ist die Familie sehr wichtig. Die Eltern wollen ihre Kinder einfach nicht so früh wegschicken. Außerdem haben es viele Kinder wegen ihrer liberalen Erziehung sehr schwer in der Schule. Sie sind es einfach nicht gewohnt für eine längere Zeit still zu sitzen, zu arbeiten und Regeln zu befolgen. Deswegen brechen viele Buschmannkinder die Schule ab und laufen wieder nach Hause.

IMG_2937
Der Fiume Buschkindergarten

Unser Kindergarten soll die Kinder auf die Schule vorbereiten. Sie sollen lernen, wie es ist, einen festen Ablauf zu haben und Regeln zu befolgen. Auch Grundlagen der Hygiene sollen den Kleinen nähergebracht werden. So waschen wir gemeinsam Hände und Gesicht. Außerdem bekommen die Kinder Porridge zum Frühstück. Anschließend werden die Zähne geputzt. Bei allem was wird den Kindern beibringen, ist es uns wichtig, dass der Spaß nicht zu kurz kommt. Schließlich sollen sie gerne in den Kindergarten gehen. Deswegen singen und tanzen wir viel, basteln und malen. Englische Begriffe wie Zahlen, Körperteile, Tiere oder Farben versuchen wir durch Spiele oder Lieder zu lernen. Mit den älteren Kindern veranstalten wir außerdem eine Art Vorschule, bei der sie schon einige Zahlen und Buchstaben lernen.

BLog_Dileee
Elisabeth arbeitet nachmittags auf dem Fiume Busch Camp. Vormittags übersetzt sie im Kindergarten für die Kleinen Englisch in die Sprache der San.

 

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

w

Connecting to %s