Juni, Juli 2016

Ich bin jetzt seit eineinhalb Monaten in Namibia und somit im Buschkindergarten. Ich habe schon unglaublich viele verschiedene Eindrücke sammeln können und nach anfänglichen Schwierigkeiten kenne ich jetzt doch auch die Namen meiner Kindergartenkinder. In der ersten Woche ging es vor allen Dingen um das gegenseitige kennenlernen. Das war für mich eine sehr wichtige Zeit um einen ersten Eindruck zu erhalten, was die Kinder alles schon können, wie alt sie ungefähr sind und wie sie so drauf sind, da ich vorher nicht von diesem Blog gewusst habe war das alles neu. Ich habe schnell gemerkt, dass die Mädchen gerne und oft weinen und eher wenig Interesse an sportlichen Aktivitäten haben. Auch die grossen Altersunterschiede haben mir Anfangs ein wenig zu schaffen gemacht. Die 14 Kinder sind zwischen 2 und 10 Jahren alt und dadurch ist es schwierig, den “Unterricht” so zu gestalten, dass alle etwa gleich viel profitieren können. Wir hatten dann auch einen Unterbruch von einer Woche, wo ein australisches Filmteam hier war und die Kids anderweitig beschäftigt hat.

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Ich habe mich bei der Struktur des “Unterrichts” an der von Janna und Jule orientiert, da ich es wichtig finde, dass es nicht zu viel Veränderungen im Ablauf gibt damit sich die Kids auch daran gewöhnen können. Für den hygienischen Teil haben wir Gesichtswaschtücher gekauft, damit die Kinder zumindest vor dem Frühstück ein sauberes Gesicht haben. Das hat Anfangs für viel Aufregung gesorgt und mitlerweile geniessen sie es sehr sich mit diesen warmen Tüchern Sand und Dreck aus dem Gesicht zu waschen. Das Frühstück bereite ich jeden Tag frisch vor, wobei die Kinder den Porrige lieber mögen, wenn er eine Nacht im Kühlschrank war und ein bisschen fest geworden ist. Unser Porrige besteht aus in Wasser gekochten Haferflocken mit frischen Apfelstückchen und wenig Zucker. Manchmal ist es noch etwas schwierig Ordnung herzustellen, denn noch nicht alle Kinder verstehen, dass man mit Essen nicht spielt. Wir haben angefangen zusammen zu frühstücken, da die Kleinen am Morgen Zuhause nichts essen und zwischen 09:30 und 10:00 deswegen hungrig sind und nach Hause wollen.

 

Der grösste Teil der Zeit nimmt der kreative Teil ein, der aus malen mit verschiedenen Techniken besteht und wie ihr sehen könnt, sind die Kinder bereits richtige Künstler.  Wir haben auch schon einiges gebastelt. So zum Beispiel Blumenketten aus Papier. Vor allem für die Jungs war das ein Highlight. Ein anderes Mal haben wir Plastikflaschenintrumente gebastelt, die zumindest Anfangs kunterbunt waren. Das mit dem Basteln ist jedoch meistens etwas schwierig.Gerade bei Sachen wo die Kinder Hilfe brauchen, sind einige Hände zu wenig da. Am Ende des Monats kriege ich Unterstützung von einer neuen Praktikantin. Sie bringt glücklicherweise zwei weitere Hände zum Basteln mit.

 

Vor zwei Wochen habe ich begonnen mit den älteren Kindern ein anderes Programm zu machen. Momentan habe ich fünf Kinder die eigentlich schon zur Schule gehen sollten. Davon sind drei etwa sieben, einer zehn Jahre alt. Außerdem ist da noch ein 13 jähriges Mädchen, dass normalerweise in Grashoek zur Schule geht, das aber auch noch nicht schreiben kann. Für diese Kinder habe ich Übungblätter zum schreiben lernen von Buchstaben und Zahlen erstellt. Wir machen jeden Morgen 10 – 15 min. Übungen zusammen und somit pro Woche einen Buchstaben und eine Zahl. Das ist nicht viel aber schlussendlich ist es ein Kindergarten und keine Schule. Ich hoffe sehr, dass diese Kinder im nächsten Jahr die Möglichkeit erhalten werden in die Schule zu gehen und vielleicht erinnern sie sich ja daran den einen oder andern Buchstaben schon mal geschrieben zu haben. Viel Zeit verbringen wir mit singen und spielen. Die Sandkastenspielzeuge sind sehr beliebt und an dem Lied ” The lion sleeps tonight” haben sie viel Freude.

 

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One thought on “Juni, Juli 2016

  1. Das tönt grossartig! Mit einer so grossen Altersbandbreite im “Kindergarten” zu arbeiten, ist eine echte Herausforderung. Es ist super, erfahren die Kinder eine gute Förderung. Viel Zuversicht für die weitere Arbeit.

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