Month: April 2016

14.4.2016: Die Sache mit den Beeren

Eigentlich ist es toll, dass unser Kindergarten einfach mitten im Busch stattfindet. Einen großen Nachteil bringt diese natürliche Umgebung jedoch mit sich: Die Büsche rund um den Kindergarten sind sogenannte Kalahari-Rosinen-Büsche und genau um diese Zeit tragen sie kleine, braun-orangene Früchte, die nicht nur essbar sind, sondern dazu auch noch sehr süß schmecken.

Busch bearbeitet

Schon im Februar passierte es des Öfteren, dass sich ein zwei Kinder in die Büsche schlugen und einige Minuten später mit Händen voll Beeren zurückkehrten. Damals waren die Beeren noch grün und schmeckten überhaupt nicht (wir haben probiert!). Trotzdem sammelten die Kleinen unermüdlich weiter, selbstverständlich immer dann, wenn wir gerade ein Lied singen wollen oder ein neues Spiel beginnen.

Inzwischen sind die Beeren orange und reif geworden und schmecken tatsächlich ziemlich gut. Das bedeutet jedoch, dass es beinahe unmöglich geworden ist die Kinder von den Büschen und von den Beeren fernzuhalten. Wir haben ja schon davon berichtet: Inzwischen lagern sie immer einen kleinen Proviant der Beeren in ihren Hosentaschen. Um den großen Sammelorgien entgegenzuwirken schlugen wir uns heute gemeinsam in die Büsche um Beeren zu pflücken und später gemeinsam aufzuessen. Das funktionierte überraschend gut und wir konnten den Kindergarten ohne  beenden, ohne Kinder aus den hintersten Büschen ziehen zu müssen. Nachdem wir unser letztes Lied gesungen haben, hielt die Kleine jedoch nichts mehr davon ab, die Beeren zu sammeln und so machten sie auf dem Heimweg in ihr Dorf den ein oder anderem Zwischenstopp an einem Kalahari-Busch um seine süßen Früchte zu naschen.

Doch die ganze Sache ist endlich: Spätestens Ende Juli werden die Beeren entweder aufgegessen oder hinuntergefallen sein. Bis im nächsten Jahr, eben alles wieder von vorne beginnt.

13.4.2016: Eine große Rasselbande

Es war einer jener Kindergarten-Tage, über den sich dich Meinungen spalten. Die Kleinen fanden es super. Wir fanden es anstrengend. Das liegt daran, dass wir Rasseln gebastelt haben und die sind zwar wirklich super geworden, aber waren gar nicht so leicht zum Herstellen.

Schritt 1 war noch relativ einfach: Die Kinder mussten eine Astgabel finden, aus der sie IMG_2567ihre Rassel bauen wollen. Die Kinder schwärmten aus und nur wenige Momente später kehrten die Ersten schon wieder mit einem geeigneten Stück Ast zurück. Jetzt waren wir gefragt, denn das Stück Draht an dem Ast zu befestigen war eine knifflige Angelegenheit. Natürlich wollte jedes Kind als erstes seine Rassel bauen und das Gedränge war groß. In diesem Moment hätten 3 weitere Arme und Hände gebraucht, um allen Kindern gleichzeitig zu helfen. Auch bei dem Auffädeln der Kronkorken brauchten viele Kinder unsere Hilfe. Anschließend musste der Draht auf der anderen Seite wieder am Ast befestigt werden, wieder unsere Arbeit. Am Ende hielt wirklich jedes Kind eine eigene Rassel in der Hand, aber der Weg dorthin war schwierig. Denn während wir einem Kind mit halfen, tobten die anderen darum herum. Als schließlich endlich die letzten Rasseln fertig wurden, gingen die ersten Rasseln schon wieder kaputt, weil der dünne Draht dem starken Rasseln mancher Kinder einfach nicht standhielt. Jetzt versteht ihr sicherlich, warum wir den Tag als anstrengend bezeichneten. Wenn ihr das Ergebnis unserer Arbeit anschaut, dann wird aber auch klar, warum die Kinder so begeistert waren.

Denn sobald jedes Kind seine eigene Rassel hatte, wurde sie direkt ausprobiert. Und wie man weiß macht Kindern nichts so viel Spaß, wie ordentlich Lärm zu machen. Doch wir rasselten nicht nur wild durcheinander, sondern nutzen das selbstgebaute Musikinstrument auch für unsere Kindergartenlieder. Die Begleitung war zwar nur rhythmischer Natur, klang aber gar nicht so schlecht.

 

6.4.2016: So bunt ist unser Kindergarten!

Letztens berichteten wir davon, wie wir alle zusammen unseren Reifenspielplatz anmalten, sodass er bald kunterbunt und richtig schön aussah. Dabei haben wir vergessen, dass noch etwas im Kindergarten dringend etwas Farbe benötigte: Unsere Tische. Sie waren nämlich einfach nur grau mit etwas brauner Farbe an den wenigen Stellen, wo sie noch nicht abgeblättert war. Doch das sollte sich nun ändern! Also packten wir abermals unsere Farben und Pinsel aus. Wie schon bei dem Reifen-Malen musste jedes Kind sein T-Shirt ausziehen, damit es nicht vollgekleckert werden konnte. Nachdem sowohl die Kinder, als auch die Farben und Pinsel bereit waren, konnte das Bemalen beginnen. An die Pinsel, fertig, los!

Das Ergebnis könnt ihr auf den Bildern bewundern. Auf dem hinteren Tisch befindet sich eine große Blume und andere kleine Bildchen wie ein Schiff und kleine Helikopter oder Autos. Auf dem vorderen Tisch gibt es keine besonderen Zeichnungen oder spezielle Muster: Er ist kunterbunt und ein wenig chaotisch – passend für unseren Kindergarten.

4.4.2016: Frohe Ostern!

Seit unserem letzten Eintrag ist viel Zeit vergangen und genauso viel gibt es zu erzählen. Letzte Woche waren Osterferien – es fand also kein Kindergarten statt. Diese Wochen haben wir uns nun frisch und erholt wieder auf der Lichtung im Busch versammelt. Ihr fragt euch sicherlich schon, wie unsere Osterwoche gelaufen ist. Unser Fazit, nachdem wir die Kleinen am Freitag in die Ferien entließen lautete: Ziemlich gut! Doch wir fangen vielleicht besser von vorne an:

Montag, 21. März

Am ersten Tag unserer Osterwoche haben wir Eier bemalt, allerdings nicht in echt, sondern nur auf dem Papier. Die Kleinen haben ja schon oft auf Papier gemalt, deswegen fanden sie das nicht allzu spannend. Außerdem war ihnen zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar, worauf das ganze hinausläuft. Das bemerkten sie erst einige Tage später…

 

Dienstag, 22.März

Heute haben wir aus Pappteller Schalen gebastelt. Das sorgte bei den Kindern schon für deutlich mehr Begeisterung. Dass es sich bei diesen Schalen um Osternester handelt, war jedoch keinem bewusst. Stattdessen missbrauchten sie die frischgebastelten Nester zwischenzeitlich als Hut. Das sah jedoch gar nicht so schlecht aus! Schnell bemerkten die Kleinen, dass sie aus diesen Schalen super ihren Pap (also der Maisbrei, von dem sich die Buschleute hauptsächlich ernähren) essen können. Sie baten darum, die Schalen mit nach Hause nehmen zu dürfen. Leider mussten wir ihnen erklären, dass das nicht möglich ist: Schließlich brauchen wir die Schalen am Ende der Woche…

 

Mittwoch, 23. März

Der große Tag des Eierbemalens war gekommen! Diesmal nicht auf dem Papier, sondern in echt. Dafür bekam jedes Kind ein hartgekochtes Ei, das sie mit den Fingern bemalen durften. Dafür benutzen sie einfache Wasserfarbe. Bevor es jedoch losging erklärten wir den Kindern lange, dass wir für jedes Kind nur ein Ei gekocht haben und dass sie sehr vorsichtig damit umgehen müssen, denn wenn es kaputt geht, dann haben wir kein neues Ei mehr. Unsere Ansprache zeigte Wirkung: Die Kinder gingen äußerst behutsam mit den Eiern um und passten genau auf, dass keines auf den Tisch fiel und einen Sprung bekam. Am Ende lagen 18 bunt bemalte, unversehrte Eier im Eierkarton und warteten darauf, versteckt und gegessen zu werden. Doch bis es soweit war, mussten sich die Eier und die Kinder noch etwas gedulden.

 

Donnerstag, 24. März

Heute sind wir extra früh aufgestanden um die vielen Osternester zu füllen und zu verstecken. Jedes Osternest enthielt etwas Gras, einen Apfel, ein bemaltes Osterei und (als große Ausnahme!) zwei kleinen Kaubonbons. Eine Stunde vor dem regulären Kindergartenbeginn erreichten wir mit dem Korb voller Nester die Lichtung, doch die Kinder waren alle schon versammelt. Schnell versteckten wir den Korb hinter einem Busch, sodass ihn die Kleinen nicht entdeckten. Dann beschlossen wir eine Planänderung: Jule nahm alle Kinder mit in ihr Dorf und hielt sie von der Lichtung fern, während ich die Nester versteckte. Nachdem alle fünfzehn Nester sicher hinter einem Busch oder in einem Reifen verborgen waren kehrte Jule mit den Kleinen auf die Lichtung zurück und das große Nestersuchen konnte beginnen. Bei den größeren Jungen war das Suchen sehr schnell vorbei: Die Verstecke im Busch waren einfach zu leicht für sie. Während sie sich bereits über die Süßigkeiten hermachten, suchten die kleineren Kinder immer noch nach ihrer Osterüberraschung. Mit ein wenig Hilfe wurde jedoch auch der letzte (Josef) fündig: Stolz hob er sein Osternest in die Höhe, dann eilte er zu den anderen um den leckeren Inhalt direkt zu verspeisen. Nun begann eine lustige Tischrunde, in der jedes Kind seinen Nestinhalt nach Lust und Laune verzehrte. Als es schließlich daran ging die Eier zu schälen, bekamen manche kleineren Kinder Hilfe von ihren großen Geschwistern. Wenn es jedoch an das Verzehren ging, war jegliche Hilfe untersagt. Einige Zeit später waren die Nester leer und wie es sich gehört, putzten wir nach dieser Mahlzeit erst mal die Zähne und vor allem die klebrigen Hände. Dann konnten wir mit dem normalen Kindergartenalltag fortfahren. Am Ende dieses Tages durfte jedes Kind sein Nest mit nach Hause nehmen und seinen Eltern zeigen. Das war jedoch nicht das Ende der Osterwoche: Am nächsten Tag erwartete die Kleinen nämlich die eigentliche große Überraschung!

 

Freitag, 25. März

Als wir am Freitag die Lichtung erreichten dauerte es nur wenige Sekunden, bis es die Kinder in unserem Korb entdeckten: Die wahre Osterüberraschung. Es handelt sich dabei um einige neue Spielsachen, hauptsächlich Bilderbücher und Puzzle, die unsere Familien aus Deutschland mitgebracht haben, als sie uns über Ostern besuchten. Die Aufregung war groß und die Kleinen wollten die neuen Spielsachen am liebsten an Ort und Stelle ausprobieren. Doch wir hielten uns an den regulären Kindergartenablauf: Wir putzen Hände und Zähne, sangen unsere Lieder und spielten verschiedene Bewegungsspiele. Je länger wir spielten, desto schwieriger wurde es die Kinder zu begeistern und desto mehr Kinder standen um den besagten Korb herum. Also gaben wir nach und übergaben den Kleinen ihre neuen Spielsachen. Die nächste Stunde wurden die Bücher, Puzzle und die kleinen Autos ausgiebig angeschaut und ausprobiert. Außerdem lasen wir zusammen den Regenbogenfisch, ein Buch, dass wir noch aus unserer Kindheit kannten und liebten (nur dass wir für die Buschkinder die Englische-Version lasen). Mit unserem tagtäglichen Abschlusslied endete der Kindergarten und die Osterwoche und die Kleinen stürmten nachhause und den Osterferien entgegen.